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Andreas





Mein Volvo-Lebenslauf

Meine Volvo Geschichte beginnt Anno Domini 1993 während meiner Ausbildung beim örtlichen Volvo-Händler. Ein Kollege wollte seinen Wagen loswerden und ich schlug zu:

Ein traumhafter 244GLE, Bj 1979 in hellblau-metallic mit schwarzem Leder und manuellem(!) Schiebedach!


Während meiner Wehrdienstzeit musste ich ihn leider an einer Autobahnleitplanke derart verbeulen, dass ich schweren Herzen beschloss, mich von ihm zu trennen. Die finanzielle Zuwendung seitens des niederländischen Truckers, dem ich das  Elend zu verdanken hatte half mir über den Verlust hinweg. Nach kurzer Suche fand ich einen, wie ich fand, würdigen Nachfolger: einen 1985er 245GLT!


Dieser Wagen zeichnete sich durch Unmengen Platz aus und durch zwei zusätzliche Fernscheinwerfer, die noch der Vorbesitzer montiert hatte. Als „Treki“ taufte ich sie auf „vordere Emitterphalanx“ und sie machten auf nächtlichen Autobahnfahrten ihrem Namen alle Ehre, vor allem, wenn man die linke Spur brauchte…

Leider verursachten sie dem Motor thermische Kopfschmerzen, was dazu führte, dass ich zwischendurch langsamer fahren musste und mich sukzessive alle wieder überholten, die ich vorher mühsam weggebeamt hatte!

Nach einem Jahr heftiger Autobahnpendelei an den Wochenenden (Bundeswehr) hatte der Kombi die besten Zeiten hinter sich, so dass ich wieder auf die Suche ging.

Olaf aus Soest vermittelte mir schließlich einen Traum auf vier Rädern, nämlich einen schwarzen 244TURBO, Bj 1983.


 Dieser war vorher von einem Beamten bewegt worden (fahren konnte man dass nicht nennen) und war in dementsprechenden Zustand. Im Gegensatz zu heutigen Turbos hatte dieser Wagen ein Phänomen, an das ich mich erst gewöhnen musste, dass dann aber höllisch Spaß  machte, und zwar ein Turboloch groß wie der Gran Canyon! Hatte man dies allerdings einmal überwunden, trat einem der Wagen dermaßen ins Kreuz, dass man sich fühlte wie Walter Rörl im Ur-Quattro! Zur Überwachung dieses immensen Potentials installierte ich mit Gerds Hilfe Zusatzinstrumente in den oberen Radioschacht und schon fühlte man sich wie im Cockpit einer DC-6 – nur schneller! Nach und nach wuchsen auch Interesse und Kenntnisse am Tuning. Ein K&N Luftfilter wurde spendiert und erste zaghafte Versuche der Ladedrucksteigerung fanden auch statt. Leider kam mir Ende der 90er Jahre das Finanzamt in die Quere, das ob des fehlenden Kats (Leistungskiller!) immer größere Steuersummen einforderte. Also musste wieder ein neuer her, den ich schließlich bei einem Volvo-Händler fand und mit dem ich einen Quantensprung vollzog: Weg vom 2er, die komplette 7er-Baureihe übergehend fand ich einen 940TURBO von 1991.


 Der Traum meiner Lehrlingsjahre beim Volvo-Händler wurde war. In diesen Wagen habe ich neben der Kaufsumme bis dahin mit Abstand am meisten Geld investiert. Nach und nach bekam er 16“, einen 2.5“ Simons-Halbsatz, einen K&N, Sportdämfer und –federn und einen Ladedruckregler. Ich schätze das Gesamtergebnis auf stabile 190PS, was damals einige Ungläubige auf der Autobahn zu spüren bekamen. Nach einiger Zeit wuchsen in meiner Frau unser erstes Kind und der Wunsch nach einem geeigneten Fortbewegungsmittel. Wir fanden schließlich einen 745GLT, der ihren Ansprüchen nach Sicherheit und Platz genügte.

 

Als wir aber beruflich bedingt umzogen und ich wieder jeden Abend zu Hause  sein konnte, stellte sich die Frage nach Sinn und Unsinn zweier Autos. Aber welchen sollten wir abgeben? Der 7er hatte eindeutig schon bessere Tage gesehen und in absehbarer Zeit wären größere Investitionen fällig geworden. Der 9er hingegen war top in Schuss, aber kein Kombi. Nach vielen schweißnassen und schlaflosen Nächten beschloss ich, dass beide Wagen weichen müssten. Schweren Herzens und tränenreich verabschiedete ich mich von meinem Turbo und begab ich (mal wieder) auf die Suche nach Ersatz. Ich fand schließlich einen Wagen, der sich im Nachhinein als Fehlkauf erwies: Ein schwarzer 945 mit nix.


Er war recht gut in Schuß von den glücklosen Bastelversuchen des Vorbesitzers einmal abgesehen, der sich ironischerweise auch noch Kfz-Sachverständiger schimpfte, war er in passablem Zustand, hatte aber zwei Probleme: Keine Ausstattung und kein Turbo. Während des Supersommers 2003 waren meine Frau und ich uns einig, dass es so nicht weitergehen könne: Sie wollte eine Klimaanlage und ich gefälligst wieder einen Turbo! Also wieder auf die Suche. Im Nachbarort fand ich dann einen 1988er 765TIC und ich wurde mir mit dem Besitzer auch recht schnell einig.


 Im Gegensatz zu seinem Vorgänger wies dieser wiederum alles auf, was die damaligen Zubehörlisten zu bieten hatten: Klimaautomatik, Sitzheizung, elektrisches Schiebedach, etc. Und: Er hatte Leistung… Nach und nach brachte ich ihn in einen ähnlichen Zustand wie weiland den 944.


Etwa drei Jahre lang diente dieser Wagen treu und ohne größere Probleme in unserer Familie, bis er die 300000km Grenze überschritten hatte und immer wieder kleinere Probleme auftauchten.


Alles nichts wirklich gravierendes, nur in der Summe fing es irgendwann an zu nerven. Also sollte mal wieder ein neuer her. Da aber im Jahr 2007 gute 9er Turbos langsam rar und teuer geworden sind und ich auch nicht mehr so unbedingt einen „Rennwagen“ brauchte, entschieden wir uns, es mal mit einem 6-Zylinder zu versuchen. Ich ging also mal wieder auf die Suche und fand bei autoscout meinen aktuellen: Einen taufrischen (109000km) 965 2.5 von 1996!


 Ich weiß: Dieser Wagen hat den Ruf, träge wie die berühmte Wanderdüne zu sein, aber mittlerweile stört mich das nicht mehr besonders. Stattdessen genieße ich beim Fahren all den Luxus um mich herum. Um die Kosten im Rahmen zu halten, habe ich ihm noch eine LPG-Anlage spendiert (s. „Ich geb´(Auto)Gas“), mit der ich rundum zufrieden bin. Dies ist mein erstes Auto, dass gebaut wurde, nachdem ich meine Ausbildung beim Volvo-Händler beeendet hatte, was immerhin schon 1994 war. Aber streng genommen hat sich von der Anmutung und vom Design gegenüber dem 244GLE nicht allzu viel geändert.

Das bringt mich aber schon zu meinem nächsten Problem: Irgendwann im nächsten Jahrzehnt wird wieder ein Ersatz fällig, und ich kann mich mit der Generation „850ff“ einfach nicht anfreunden (s. „Sind wir doch mal ehrlich“) und ich habe noch keine Idee, was dann auf mich zukommt. Vielleicht setzt sich meine Frau durch (wie eigentlich immer) und wir bekommen einen VW Bus. Aber bis jetzt habe ich immer noch unsere Autos ausgesucht und ich hoffe, auch dereinst wieder einen adäquaten Wagen zu finden. Bis dahin erfreue ich mich einfach des Gefühls, ein Auto zu fahren, dessen Kinderstube 30 Jahre zurückliegt und das immer noch mehr Platz und Sicherheit bietet als alles, was Rüsselsheim, Wolfsburg, Japan und Co heute als Familienkutschen auf den Markt werfen.

Andreas

An einem Samstag im Januar:



An einem Samstag im Mai ;-))





Und seit März 2008 haben wir Familienzuwachs: Meine Frau hat sich einen ´93er 850GLT gegönnt:





Irgendwann vor kurzem ist mir aufgefallen, dass die Diva trotz ihrer Schönheit nur FAST vollkommen ist. Schweren Herzens habe ich mich von ihr getrennt und in Berlin ein neues Spielzeug gefunden:

1995er 855 T-5R: 2,0ltr/211PS (ja, ein Italiener, aber TOPGEPFLEGT, und die Km sind auch echt!)




Geholt habe ich ihn zusammen mit Gerd und meinem älteren Sohn:



Hat ziemlich viel Spaß gemacht, so im Formationspflug mit 2 Dampframmen die fast leere A2 langzugasen! Wie meinte Gerd? "190 kann auch eine angenehme Reisegeschwindigkeit sein..." ;)


Wer meine ehemaligen Fahrzeuge nochmal sehen will:

http://magiciant5r.jalbum.net/Mein-Ex-Fuhrpark

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